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Den Opfern dieses Irrsinns mein Beileid!
Dieser Eintrag stammt von kucaf Am 19.11.2011 @ 20:02 In Krieg und Frieden, Spuren/Gefunden, Gedanken | 1 Kommentar
Auch nur ein Akt der Verwertung?!
Wenn ich das Internet aufrufe, mein E-Mailprogramm öffne, erscheinen in der Regel irgendwelche Berichte, oder zumindest Verweise auf diese. Gelegentlich nehme ich den einen oder anderen Bericht zum Gegenstand einer Betrachtung. Heute fand ich wieder einen [1] Beitrag, welcher mich eigentlich nicht interessiert, aber hervorragend in die mediale Affekthascherei passt. Und so wird über einen zivilisatorischen Schrothaufen berichte, welcher in Ergebnis des beständig tobenden Krieges auf den Autobahnen entstanden ist. Tote hat es gegeben und sehr viel Schrot, nur was soll mich solch Nachricht interessieren, wenn ich nicht selbst betroffen bin, also Bestandteil dieses Schrot werdenden Seins? Sicher wäre es dramatisch, würde ich mitten drin, oder auch am Rande, da dieses aber nicht der Fall ist, ist es nur eine Nachricht unter vielen, welche tagtäglich über uns kommen und mit Tod und Leid in dieser Welt konfrontieren. Pietätlos möge es sein, so mitleidslos über die Toten und Verletzten zu schreiben, rührseliges Bedauern sollte verkündet werden, nahe sollte so etwas einen gehen! Nur warum? Weil Menschen sterben? Das machen Sie woanders auch, manche sogar freiwillig, andere werden zu Tode gebombt, die Medien rechtfertigen so manchen Tod, wie jüngst in Libyen, als Nato-Truppen zehntausende Libyer in Freiheit und Demokratie bombten. Vom Leben wurden sie befreit, ohne dass sie es wollten! Nun wollten die durch Unfall getöteten sicher auch nicht sterben, trotzdem begaben sie sich in die Gefahr, dafür wird ihnen wesentlich mehr Aufmerksamkeit zuteil, als den durch Nato-Bomben zerfetzten Libyer, oder auch den Afghanen, welche nach wie vor dem Terror der Besatzer ausgesetzt sind. Ein Thema ist dieses für die Medien schon lange nicht mehr, höchstens ein unliebsames welches nach Möglichkeit umschifft wird. Die Toten auf Deutschlands Straßen taugen da schon eher, vor allem wenn sie gehäuft auftreten, in Folge einer Massenkarambolage, um des Volkes Seele zu rühren. Und wo Schatten ist, da ist immer auch Licht, das Geschäft mit Unfall und Tod blüht!
Die Wirtschaft kann sich freuen, gilt es doch alles Schrot-Gewordene zu ersetzen. An den Toten verdienen die Bestattungsunternehmen, die nicht ganz so Toten kommen in ein Krankenhaus, welches sicher nicht böse sein wird, über diese unerwartete Einnahmequelle, auch muss eventuelle die Autobahn ausgebessert werden, was wiederum so manches Straßenbauunternehmen aus den Plan ruft und letztlich müssen die Autos ersetzt oder zumindest Repariert werden. Wirtschaftsförderung durch Massenkarambolage, auf die Verwertung kommt es an, dank sein dem Nebel und der Hektik, mit welcher sich viele Menschen fortbewegen, aber auch fortbewegen müssen. Die Blechlawinen rasen ungebremst über die Autobahnen und wie ein Strom reißen sie alles mit, was in ihre Nähe kommt, besonders auch jene, welche es unter Umständen etwas ruhiger, angepasster, den Verhältnissen entsprechend angehen wollen. Sie werden zu Bremsen, schwimmen scheinbar gegen den Strom, da das allgemeine Tempo ihnen zu schnell ist. Um so nicht zum Hindernis zu werden, wird sich dem allgemeinen Tempo angepasst, in einer Form, welche eventuelle nicht beherrscht wird. Dabei ist der Mensch naturgemäß vorsichtig, wählt gern das Tempo welches ihm gerecht wird, welches seinem Wesen, seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten entspricht. Doch was wenn der Strom ihn mitreißt, kann Mensch sich diesem widersetzen, oder ist er gezwungen sich eventueller Konsequenzen bewusst dem Strom anpassen? Friss oder Stirb, rase mit, oder werde überrollt, ist das die Devise unser Zeit? Ja, und nicht nur auf den Straßen! Und welche Möglichkeiten haben wir uns diesem Irrsinn zu entziehen, ohne überrollt zu werden, ohne Unterzugehen? Wird nicht auch jede Möglichkeit des Entzugs torpediert, von jenen, welche diese Hektik produzieren, sie benötigen um zu profitieren?
So werden nicht nur regelmäßig Menschen und Material auf Autobahnen geschrotet, sondern es schrotet sich ein ganzes System, der Illusion verfallen, dass Berge von Schrott der Wirtschaft dienlich sind! Und so werden weitere Verwüstungen angedacht, mittels Kriegen der Wirtschaft zu diensten sein! Dabei geht der permanente Krieg weiter, er wird immer und überall geführt und insbesondere eben auch auf den Straßen, den Andern auf welchen das Blut des Systems fließt, die Waren!
Dabei bleibt so mache Ware auf der Strecke, wenn sie sich als solche realisiert, auch die Ware Arbeitskraft, die ins besondere dann als bedauerliche Tote im Strom des Kapitals bezeichnet werden, weil mit ihr auch der Mensch gestorben ist, welcher sie getragen hat! So gesehen ist eine solche Massenkarambolage auch nur ein Akt der Verwertung, mit bedauerlichen und bedauernswerten Folgen! Den Opfern dieses Irrsinns mein Beileid!
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obahn/id_51596832/index
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