Archive for März 5th, 2012

Analphabetentum, eine folgenreiche Erscheinung mit Ursachen!

Montag, März 5th, 2012

Sicher hat diese Erscheinung auch Folgen, sie werden oft zur Genüge erläutert, die Ursachen hingegen weniger, oder nur oberflächlich! Dabei liegen die Ursachen nicht im Bildungssystem, sondern im gesellschaftlichen System begründet. Dieses bringt in der Bundesrepublik nicht nur ein mittelmäßiges und veraltetes Bildungssystem hervor, sondern drängt auch ansonsten immer mehr Menschen an den Rand der Gesellschaft. Und wozu müssen die an den Rand gedrängten lesen und schreiben können? Wer lesen uns schreiben kann, dem stehen ganz andere Bildungsmöglichkeiten zur Verfügung, welche unter Umständen Erkenntnisse mit sich bringen, die nicht erwünscht sind! Nein, diese geistige Armut ist gewollt und aus diesem Grund auch die schlechten Möglichkeiten der Misere des Analphabetentums zu entrinnen, auf welche in einen Bericht der FAZ verwiesen wird.

Aufmerksam wurde ich auf diesem Beitrag hier, wobei sich dort die Diskussion in eine etwas andere Richtung entwickelte.

Aber wie schon geschrieben, die eigentlichen gesellschaftlichen Ursachen des Analphabetismus spielen im FAZ-Artikel keine Rolle, nur die Auswirkungen und Maßnahmen welche ergriffen, oder eben nicht ergriffen werden. Dabei ist „Bildungsarmut“ nicht neu, schon in den 1980iger Jahren wurde von der Neuen Armut in der BRD gesprochen, welche sich im Gegensatz zur klassischen Armut nicht durch Hunger auszeichnete, sondern durch mangelnde Bildung. Bezeichnend für den Umgang mit dieser Art von Armut ist folgende Aussage: „Ihre rudimentären Kenntnisse im Lesen, Schreiben und meist auch im Rechnen werden weiter verkümmern, weil sie zwar von einem gut ausgestatteten sozialen Netz aufgefangen werden, das sich jedoch nur sehr selten um diese grundlegenden Fähigkeiten kümmert.“ Die Zielrichtung dieser Aussage tritt ziemlich offen zu Tage, es geht weniger um die „rudimentären Kenntnisse“ als vielmehr um das „gut ausgestattete soziale Netz“, von dem die betroffenen aufgefangen werden und welches sich „nur sehr selten um diese grundlegenden Fähigkeiten kümmert.“ Nicht nur das eine ernsthafte Änderung nicht gewollt ist, wären wir auch bei der Hängemattentheorie angekommen, welche davon Ausgeht, wenn die sozialen Leistungen nicht so „umfassend“ wären, würden die Menschen gezwungen werden sich mehr zu bemühen. Einmal davon abgesehen, dass das soziale Netzt alles andere als gut ausgestattet ist, soll nun noch diese Ausstattung mit in die Verantwortung genommen werden. Soziale Sicherheit macht träge, auch wenn der „faule, fette Bauch“ auch nur am Hungertuche nagt. Auf die Analphabeten gemünzt könnte es bedeuten, dass es besser wäre ihnen Unterricht zu bezahlen, als Grundversorgen! Was letztlich dazu führen könnte, dass Problem relativ schnell in den Griff zu bekommen, wenn z. B. an die Folgen mangelnder Ernährung gedacht wird. Damit diese Theorie aber aufgeht und von den eigentlichen Ursachen abgelenkt werden kann, werden Schuldige präsentiert. So ist zu lesen: „Seit Jahrzehnten wird die Verantwortung für Analphabeten zwischen Berufsbildung und Schulsystem hin und her gereicht und irgendwo dazwischen begraben.“ Und wenn es gelingt die Verantwortung zwischen diesen beiden Bestandteilen des Bildungssystems zu begraben, wird kaum noch jemand nach den eigentlichen Ursachen fragen. Dass damit nebenbei noch von den Ursachen des miserablen bundesdeutschen Bildungssystems abgelenkt wird, braucht nicht gesondert erwähnt zu werden.

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Reflexion zur Präsidentenwahl in Russland

Montag, März 5th, 2012

Auf der Seite Kritische Massen findet sich ein Beitrag mit dem Titel „Freie und unfreie Wahlen“, welcher sich mit den verschiedensten Reflexionen auf Wahlergebnisse, besonders auf Bezug des Wahlergebnis der jüngsten Wahlen in Russland. Folgende Gedanken sind mir zum Beitrag gekommen:

So ist es mit den Wahlen, jedenfalls mit der Einschätzung der Ergebnisse solcher, genügt das Ergebnis eigenem Interesse nicht, so ist es in jedem Fall anzuzweifeln. Dabei wird im Vorfeld schon kräftig getrommelt und verkündet, dass die Wahlen ohnehin nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen und somit eigentlich Betrug vorprogrammiert ist. Wahlbetrüger hingegen sind nur die Anderen und Wahlbetrug in eigenen Gefilden von Vornherein ist kein Wahlbetrug, sondern Gesetz. Sollte dieses Gesetz nicht genügen, wie z. B. bei der Abstimmung über den Lissabonvertrag in Irland, oder war es Island? Egal, dann wird eben solange abgestimmt, bis das Ergebnis passt. Das zu diesem Zweck ein ganzes Volk unter Druck gesetzt wird, entspricht ebenfalls den eigenen demokratischen Vorstellungen, Hauptsache das Ergebnis stimmt! Um aber Erfolge von vornherein zu sichern, wird die gegenwärtige ökonomische Situation der meisten EU-Staaten ausgenutzt, um den Völkern demokratische Errungenschaften zu rauben, wie Du ja in Deinem Beitrag „Deutsche Macht, Ohnmacht der Deutschen“ gut beschrieben hast. Demokratie wird gegenwärtig beschleunigt in Strukturen ausgelagert, welche alles andere, aber nicht Demokratisch sind, vom Feigenblatt EU-Parlament, welches im Grunde nichts zu entscheiden hat, einmal abgesehen. Nichts desto Trotz dürfen wir vergessen was Demokratie dem Grunde nach ist, ein Instrument der Machtausübung, welche geschaffen wurde um den Interessenausgleich innerhalb der herrschenden Klasse zu gewährleisten. Wenn nun eine Fraktion des Kapitals die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verschieben kann, so ist dieses immer mit Abbau demokratischer Rechts, bis hin zur offenen Diktatur dieser Fraktion verbunden. Putin hat die Wahlen gewonnen, warum er nur vermeidlich schwache Gegenkandidaten hatte, liegt auf der Hand, letztlich hat er dem Ausverkauf Russlands einen Riegel vorgeschoben und das russische Kapital gestärkt. International hat Russland unter ihm wieder an Bedeutung gewonnen, was wie Balsam auch auf die geschundene Volksseele wirkte. Dabei hat er den Machtkampf gegen seinen Nachfolger und Vorgänger für sich entscheiden können, was auf internationaler Ebene gerade die jüngsten Ereignisse im arabischen Raum zeigen. Wo sein Nachfolgervorgänger Libyen fallen ließ, stellt sich russische Politik hinter Syrien und ward somit auch eigene Interessen in dieser Region. Die westlichen Mächte sind dabei ihre Interessensphären weltweit auszuweiten und das mit allen Mitteln die ihnen zur Verfügung stehen, dabei wird der Ring um Russland und China immer enger gezogen. Putin hat schon einmal bewiesen, dass er die Interessen Russland, des russischen Kapitals zu waren weiß, das ist sicher nicht im Interesse des Westens, welcher lieber ungestört seine Ambitionen verwirklichen möchte. Da dieses aber nicht so offen ausgesprochen werden kann, werden politische Institutionen und Strukturen auf Korn genommen.

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