Im Rahmen des Quedlinburger Bücherfrühlings:
Freitag, 20. April 2012, 20:00 Uhr - kabarettistisch-musikalische Autorenlesung NEUE HELDEN BRAUCHT DAS LAND von und mit Hartmut Barth-Engelbart
Ort: Saal des Kulturzentrums Reichenstrasse, Reichenstraße 1, 06484 Quedlinburg
Eigentlich sind es die Besten, denn wer macht schon für wenig Geld bei hohem Zinksarg-Risiko den Helden? Wenn nicht, wer auferstanden aus Investitionsruinen und mit Solidarität erschlagen, lieber Kanonen füttert als Studentenfutter futtert, der hat das Zeug für den neuen Helden. Gebärprämie und Mutterkreuz, das wird gebraucht und das Eiserne als Lohn für Tochter und Sohn mit Zapfenstreich. Militärische statt musikalische Früherziehung. Jugendoffiziere in die Kinderkrippen!
Freuen sie sich auf einen lustigen und nachdenklichen Rekrutierungsabend in Quedlinburg.
Informationen über KuZ Reichenstrasse, Herr Loch Tel.: 0171/1996214 Kartenvorbestellungen über das Kulturzentrum Reichenstrasse, Herr Helmholz, Tel. 03946/2640, www.reichenstrasse.de
Eintritt: 7,00 €, erm. 5,00 €
Neue Helden braucht das Land, wobei es meines Erachtens nur tote Helden gibt, da diese sich gegen den Missbrauch ihrer Person als Held nicht mehr wehren können. Und leider hat der Heldenmythos in den letzten Jahren wieder Nahrung bekommen, wobei in der Regel Menschen als Helden stilisiert werden, welche dem System am Aufopferungsvollsten dienen, unabhängig was diese Menschen zum Dienst motiviert.
Für eine Lesung war die Veranstaltung für Quedlinburger Verhältnisse gut besucht, für eine Kabarettaufführung eher mäßig, wobei der Künstler sich nicht so richtig festlegen konnte und sich im Programm etwas vergaloppierte. Das zeigte sich besonders darin, dass er so manchen Faden aufnahm, diesen verfolgte und es einige Zeit dauerte um zum Ausgangspunkt zurück zukehren. Dabei hatten die einzelnen Fäden es durchaus in sich und gaben nicht nur Auskunft über Ansichten und Engagement des Vortragenden, sondern auch zu denken. Leider kam das kabarettistische und musikalische etwas zu kurz. Da kann durchaus noch etwas am Programm gearbeitet werden, gelegentlich kann weniger auch mehr sein und das Folgen eines roten Fadens von all zu weiten Abschweifungen schützen.