Archive for May, 2012

Gejammer aus Hilflosigkeit?

Wednesday, May 30th, 2012

Gejammer aus Hilflosigkeit?

Ein E-Mail, welches ich eigentlich, neben vielen anderen, nicht mehr erhalten sollte, da meine E-Mailadresse erklärtermaßen aus dem Verteiler gelöscht werden sollte. Nun habe ich aber weiter Nachrichten empfangen, diese gelesen und entweder der Löschung nach 90 Tagen anheim gestellt oder sie in einem gesonderten Ordner gespeichert. Was soll es und nicht jedes E-Mail war nur Werbung, wie das Folgende. Im folgenden E-Mail klagt der Geschäftsführer der Quedlinburg Tourismus Marketing GmbH den E-Mailempfängern sein Leid über die Beschwerde eines „Stadtführungsgeschädigten“. Warum er das in der Öffentlichkeit tut, erschließt sich nicht sofort, wobei er auf mehrere ähnliche Beschwerden verweist die ihn erreichten, in welchen sich aber über Führungen der benachbarten Information beschwert wurde/wird.

Nur warum beschwert er sich, weil er den sich beschwerenden Damen, Herren und Familien eine erklärende Antwort schreiben muss? Muss er das überhaupt? Nun ja, besser ist es, wobei anzuraten wäre dem Schreiben einen Gutschein für eine öffentliche Führung der QTM beizulegen, welches ich in einem E-Mail als Reaktion mir vage zu empfehlen.

Ansonsten braucht Herr Bracht über solche Beschwerden, welche sich zumindest erklären lassen, nicht traurig sein, zeigt es doch, dass es seinem Konkurrenten bis jetzt nicht gelungen ist, in ausreichender Zahl qualifizierte Stadtführer/innen zu akquirieren. Und das trotz der  destruktiven Politik des Geschäftsführers der QTM gegenüber Stadtführern. Was zwar dazu führt, das etliche ihre eigenen Wege gehen, also selbst in Konkurrenz zur QTM treten, aber sich nicht dem „geliebten“ Feinde von Herrn Bracht angeschlossen haben. Das unter Umständen darunter auch die Eine und der Andere sind welche durchaus in der Lage, im Sinne der QTM ins Geschehen einzugreifen, scheint dem Geschäftsführer in keiner Weise bewusst zu sein, insbesondere wenn es um die Pflege eigener Eitelkeiten geht.

Aber wie schon geschrieben, ein Problem wäre es für die QTM wenn es derlei Beschwerden nicht geben würden, dann wäre es dem Konkurrenten gelungen einen qualifizierten Stamm von Stadtführern für sich zu vereinnahmen, oder die ihm zur Verfügung stehenden entsprechend zu Qualifizieren, was bei entsprechendem Willen durchaus möglich wäre.

Bevor ich den Text des E-Mail wiedergeben, erst der Text, welchen ich als Antwort auf diese E-Mail an Herrn Bracht gesendet habe:

Hallo Herr Bracht,

was soll das Geheul, sein Sie doch froh, immerhin ist es nicht die QTM welche schlecht stadtgeführt hat! Und einen entsprechenden Brief zu schreiben, dürfte für Sie doch nicht das Problem sein, oder? Legen Sie diesem Brief einen Gutschein für eine öffentliche Stadtführung der QTM bei, damit sich die Gäste bei ihrem nächsten Besuch von der Qualität der Führungen der QTM überzeugen können. Aber hören Sie auf zu heulen, das ist mehr als nur peinlich, Sie sollten das Beste daraus machen, denn letztlich zeigt es auch, dass Ihr „Lieblingsfeind“ noch nicht über die Potenziale verfügt, welche der QTM im Zusammenhang mit Stadtführungen eigentlich gefährlich werden könnten. Wenn er es trotzdem ist, so sollten Sie sich fragen warum!?

Dieses Gejammer hingegen nutzt niemanden, was versprechen Sie sich davon? Das die Adressaten diese Beschwerden berücksichtigen und wenn ja, wie? Bedacht sei auch, dass ein Unternehmen nicht unbedingt gut ist, weil ein anderes schlecht agiert!

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Organspende oder Organverwertung?

Sunday, May 27th, 2012

Organspende oder Organverwertung = Organhandel?

Nun gibt es in der Bundesrepublik 12.000 Menschen welche auf eine Organspende warten und denen angeblich durch die erzielte „Einigkeit bei Organspende“ geholfen werden soll. Aber geht es wirklich in erster Linie um diese 12.000 Menschen, oder nicht doch eher um den Menschen in seiner Verwertbarkeit für ein Gesundheitssystem, welches in erster Linie der Kapitallogik folgt und nicht dem Interessen der Kranken? Ich habe da so meine Bedenken, gibt es in diesem Land doch eine Zweiklassenmedizin, wobei das Gesundheitssystem nicht am allgemeinen Gesundheitszustand der Bevölkerung gemessen wird, sondern an Kriterien marktwirtschaftlicher Effizienz. Bevorzugt werden dabei meistens jene, welche den meisten Umsatz garantieren. Daran wird auch die Werbepost nichts ändern, welche in Zukunft von den Krankennkassen verschickt werden soll!

Und wie ist zu lesen: „Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) betonte im Parlament, die neue Regelung akzeptiere, wenn sich Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht entscheiden könnten. „Aber wir sagen den Bürgerinnen und Bürgern auch: Wir werden nicht lockerlassen und regelmäßig immer wieder informieren.“ Dies sei die Gesellschaft den 12 000 Menschen schuldig, die in Deutschland auf ein Spenderorgan warteten.“ So ist es um die Freiheit bestellt, welche gerade die FDP vorgibt zu vertreten, aber so ist es eben auch mit der Freiheit bestellt, welche gerade die FDP vertritt, nämlich die Freiheit auf freie und ungehinderte Kapitalverwertung! Ja, es wird akzeptiert, „wenn sich Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht entscheiden können.“ Aber nur zu einem bestimmten Zeitpunkt, ansonsten haben sie sich den Bedürfnissen gesundheitlicher Kapitalverwertung unterzuordnen, zumindest zu fügen. Damit Mensch sich letztlich dieser Logik fügt und seinen Körper der Verwertung preisgibt, sagt man den Bürger auch, „Wir werden nicht lockerlassen und regelmäßig immer wieder informieren.“ Also Psychoterror mittels Krankenkassenschreiben zum Zwecke gesundheitlicher Kapitalverwertung und dieses soll „die Gesellschaft den 12 000 Menschen“ schulden, „die in Deutschland auf ein Spenderorgan warteten.“ Wo bei die Zeitform des letzten Wortes zu denken gibt. Warten sie noch oder warteten sie schon? Aber das ist nicht die Frage, denn was ist die Gesellschaft den Millionen Menschen schuldig, welche in Armut in diesem reichen Lande leben müssen, auch dank der Politik der FDP? Menschen, welche der Kapitalverwertungsprozess einfach nicht mehr braucht, bietet sich nun die Möglichkeit sich wenigstens Stückweise wieder in diesen Prozess einzubringen. So wird es für Menschen entsprechende medizinische Versorgung und Nachsorge geben, wenn sie sich zur Spende eines Organs entschließen und anschließend weiter leben wollen.  

Aber was soll es, denn „die Botschaft an die Menschen laute: „Gebt Euch einen Ruck, entscheidet Euch am besten für die Organspende.“ Dabei handele es sich letztlich um einen Akt der Nächstenliebe, denn jeder Organspender sei ein Lebensretter.“ Und zugegebenermaßen hört sich „Akt der Nächstenliebe“ besser an als Akt der Kapitalverwertung, nur wie ist es um erster in der Gesellschaft des Kapitals bestellt, wo ist sie anzutreffen, die Nächstenliebe? Prozesse der Kapitalsverwertung hingegen sind überall zu beobachten, besonders oft auch da, wo Nächstenliebe dran steht. Ja, ja, liebe Deinen nächsten wie dich selbst, beim Übernächsten hört es aber schon auf und wer ist schon von Liebe satt geworden, wenn es auch nur die Liebe zum Nächsten war?! Sicher ist auch, dass Organspenden Leben retten und ich habe durchaus nichts gegen Organspenden, aber ich habe etwas dagegen Objekt kapitalistischer Verwertung, wenn ich es nicht unbedingt muss, zu sein. Gern fülle ich einen solchen Ausweis aus, wenn mir die Garantie gegeben werden könnte, dass meine noch brauchbaren Organe nicht meistbietend verschleudert werden, also bevorzugt dort genutzt werden, wo der größere Gewinn wartet. Und kann garantiert werden, dass im Zweifelsfall sich für mein Leben und nicht für meine Organe entschieden wird? Unter kapitalistischen Bedingungen nicht, denn im Allgemeinen wie auch im Besonderen zählt erst das Geld, zählt erst der Gewinn und irgendwann der Mensch, wenn er nicht von vornherein Mittel zum Zweck ist. In der DDR gab es die Widerspruchsregelung, wer nicht ausdrücklich zu Lebzeiten der Organentnahme nach seinem Tod widersprochen hat, war automatisch Organspender! Damit hatte ich keine Probleme, da das Gesundheitssystem an die Bedürfnisse der Menschen orientierte und nicht der Kapitalverwertung unterlag. Das Gesundheitssystem war zu dem kostenfrei und allen Menschen im gleichen Maße zugänglich, es gab genauso wenig eine Zweiklassenmedizin, wie Zuzahlungen für Arztbesuche und verschriebene Medikamente. Meine Bedenken gelten nicht der Organspende an sich, sie ist notwendig, gut und richtig, meine Bedenken gelten den Bedingungen unter denen diese im gegenwärtigen System praktiziert werden. Die nun beschlossen Maßnahmen taugen allerdings wenig, das vorgegebene Ziel zu erreichen, es handelt sich dabei um Schreiben, welche getrost der gelben Tonne überantwortet werden können und gelegentlich ein temporäres schlechtes Gewissen zeugen. Unter Verwertungsbedingungen nicht neu, dabei wäre es durchaus nicht verwunderlich, wenn sich die Mütter und Väter solcher Maßnahmen selbst von diesen Ausnehmen. Die Maßnahmen selbst, so wirkungslos sie auch sein mögen, können sicher ein erster Schritt zu einer anderen Reglung sein, welcher sich nicht so einfach zu entziehen ist.

Ach ja, die Briefe werden ja von den Krankenkassen verschickt, wie sieht es eigentlich bei den Menschen aus, welche zum Beispiel die Möglichkeit der Freien Heilfürsorge für sich in Anspruch nehmen können und auch jene welche privat Kranken-Versichert sind?

Wie schon geschrieben, gern würde ich Spenden, wenn das Gesundheitssystem es zulassen würde und meine Organe nicht dem Kapitalverwertungsprozess durchlaufen müssten. Solange dieses der Fall ist, werde ich zu Lebzeiten keine Entscheidungen treffen, welche im Falle der Organspende über mein Leben hinaus gehen und was nach meinen Tod ist, nahe mir die Sinnflut, ist für mich ohnehin Sinnlos! Soll da ein jeder den Sinn drin sehen, den er möchte und diesem entsprechend verfahren, ohne jedoch der Kapitalverwertung zu dienen, sondern den Menschen, … welchem auch immer!  

Gestalten in Raum und Zeit, ein Versuch!

Monday, May 14th, 2012

Gestalten in Raum und Zeit, ein Versuch!

Raum und Zeit: „Existenzform der Materie“ (MEW Bd. 20, Seite 503) objektiv-reale Formel des Seins (LW Bd. 14, Seite 171). Während der Raumbegriff das „Nebeneinander“ der materiellen Erscheinungen, d. h. ihre Lage zueinander, ihre Entfernung und Ausdehnung widerspiegelt, erfasst der Zeitbegriff das „Nacheinander“ der materiellen Erscheinungen, d. h. die Reihenfolge der materiellen Ereignisse, den Abstand verschiedener Prozesse. „In der Welt existiert nichts als die sich bewegende Materie, und die sich bewegende Materie kann sich nicht anders bewegen als im Raum und in der Zeit“ LW Bd. 14, Seite 171). Raum und Zeit bilden ebenfalls untereinander eine untrennbare Einheit.

 

Raum und Zeit, mehr Zeit als Raum, oder die Bewegung unseres Daseins. Wobei es eigentlich um Demokratie gegangen ist, so habe ich auf einen Beitrag geantwortet und Reaktion erfahren, besonders auf meine Aussage: „Grundsätzlich sind wir nicht in der Lage Zukunft zu gestalten“. Vielleicht sehe ich es ja auch zu eng, das Gestallten, als Ergebnis praktischer Tat und die Möglichkeit dieser im gegenwärtigen Sein. Und so habe ich mir Gedanken gemacht, welche sicher noch nicht abgeschlossen sind, eher besteht weiterer Diskussionsbedarf. Folgenden Text hatte ich als Antwort geschrieben, wobei ich ihn etwas überarbeitet habe, dem Adressaten entsprechend:

Manchmal lese ich einen Text, wie geschehen und formuliere eine Antwort, schreibe diese nieder und lasse sie liegen, im Zweifel ihrer Richtigkeit. Also um sie weiter zu durchdenken und so denke ich, bewusst aber auch unterbewusst arbeitet der Denkapparat, schiebt das Gedachte in eine Ecke und da bleibt es oft auch. In diesem Fall ist es etwas anderes, da das schon Niedergeschriebene mir wieder in die Hände gefallen ist, in dem es auf dem Bildschirm meines Rechners erschien, nutzte ich die Gelegenheit und Antwortete. Dabei ist das Thema lang noch nicht abgeschlossen für mich, ich möchte aber trotzdem meine Gedanken weitergeben.

Es ist nicht so einfach und es ist durchaus von Nachteil wenn Aussagen gemacht werden, ohne diese etwas tiefer zu erläutern. Entschuldigung und es stimmt, es gilt sich über Begriffe zu verständigen. Nun ist es für mich aber auch wichtig politische Verhältnisse zu erkennen und auf ihre Ursachen zurückzuführen. So entspringt der Mangel in der Demokratie, wie er oft konstatiert wird, nicht den demokratischen Verhältnissen selbst, sondern den sie bedingenden Ursachen, welche im wirtschaftlichen System des Kapitals zu sehen sind, also in den grundlegenden gesellschaftlichen Verhältnissen. Die demokratischen Verhältnisse in der BRD entsprechen genau den sie bedingenden sozialökonomischen Verhältnissen. Gegenwärtiger Demokratieabbau ist eine Folge einer Verschiebung der Machtkonstellationen innerhalb der Klasse der Kapitalisten zu Gunsten einer Fraktion. Demokratie dient in erster Linie dem Interessenausgleich innerhalb der Klasse der Herrschenden und der Verschleierung der eigentlichen Machtverhältnisse, nicht dem Interessenausgleich zwischen den Einzelnen gesellschaftlichen Gruppierungen, oder auch Klassen.

Nun habe ich so auch meine Probleme mit „echten“ Sinnen, da dieses zumindest die Frage nach einem „falschen“ Sinn, oder zumindest einen „unechten“ Sinn aufwirft, was wiederum auch Sinn machen würde. Zu bedenken wäre, dass es wenig Sinn macht, oder eher einer Illusion von Demokratie entspricht, den Einfluss von Lobby – Gruppen bekämpfen zu wollen. Dieses ist in der Regel Forderung von jenen, welche keine Lobby haben, oder sich durch eine solche nicht oder unzureichend vertreten fühlen. Egal auch wie demokratische Verhältnisse sich äußern, in ihnen spiegelt sich der konzentrierte Ausdruck von Lobbyismus. Letztlich treten Parteien zu Wahlen an, um gemeinsame Interessen durchzusetzen, um Lobby ihrer eigenen und der von ihnen zu vertretenen Interessen zu sein. Da nun das Kapital die Eigenschaft hat alles in eine Ware zu verwandeln, bis hin zu den einfachsten sozialen Verhältnissen, braucht sich nicht gewundert werden, dass auch die Stimme eines Abgeordneten ihren Wert hat und es nur eine Frage des Preises ist, sie für sich zu vereinnahmen.

 

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