Archive for the ‘Aktuell: Libyen, Syrien …’ Category

Im Felde unbesiegt

Tuesday, January 15th, 2013

Ein weiteres Gedicht von Hannelore Fleiß, welches ich aus der Mailingliste der Freidenker übernehme.

 

Im Felde unbesiegt

 

   “Wir brauchen außerdem realistische Ziele

     und nicht zuviel menschenrechtlichen Überschwang

     bei der Entscheidung, Soldaten in ein anderes Land

     zu schicken.”

     (Thomas de Maiziere, Bundesminister für Verteidigung)

 

Die alten Preußen wären mächtig neidisch,

so forsch war nicht einmal der Alte Fritz.

Heut heißt es wieder Mann sein und nicht weibisch,

drum ran ans deutsche Patriot-Geschütz!

 

Lasst Hinterbacken knallen wie die Fürze,

reiss dich zusamm’, Mann, es geht wieder los,

das gibt dem deutschen Krieger echte Würze!

Mensch, Männer, ihr zieht hier das Große Los!

 

Afghanistan ist fast schon abgehakt,

gen Syrien liegen wir schon auf der Lauer.

Aus Mali hat man heuer angefragt,

das wird ein schöner Krieg von längrer Dauer.

 

Rauf auf die Kerle wie einst Wilhelms Hunnen!

Was denkt sich denn die schwarze Läusebrut?!

Ein deutscher Landser baut doch keine Brunnen,

das macht im Schlaf der schäbigste Rekrut.

 

Nein, Leute, diesmal heißt es zuzuschlagen!

Das Pack da unten soll mal blutig spüren,

wer Herr im Hause ist seit Wilhelms Tagen,

wir wer’n die Moslems tüchtig massakrieren!

 

Und dass mir keiner nasse Hosen kriegt,

wenn euch so’n Muttchen vor die Flinte springt!

Der Deutsche bleibt im Felde unbesiegt,

egal, was an Verlusten das auch bringt!

 

Im Namen unsrer neuen deutschen Macht

kommt jetzt das letzte, noch ein Wort zum Schluss:

Und nieder mit des Franzmanns Niedertracht!

Dass alles kommt, so wie es kommen muss!

Zum Krieg in Mali …

Tuesday, January 15th, 2013

Zum Krieg in Mali …

Zum Krieg in Mali findet sich ein interessanter Beitrag, mit weiteren Verweisen, auf der Seite Kritische Massen, welchen ich gern übernehme: 
 

Mali wird gerettet, aber schön langsam

Wird der neue Krieg in Mali geführt, weil wieder einmal die Menschenrechte und die armen Zivilisten gerettet werden müssen? Diese edlen Motive bleiben im Moment im Hintergrund. Herr Westerwelle brabbelt etwas von “humanitärer Hilfe” – zur Unterstützung der französischen Intervention. Aber man muss ja den eigenen Altruismus nicht in den Mittelpunkt stellen. Das wäre unbescheiden. Was aber sonst treibt die französische Fremdenlegion nach Mali? – Es geht um den Bestand des malischen Staates heisst es, um die “Sicherheit” der ganzen Region, gegen die Ausbreitung des “islamischen Fundamentalismus”, Al Kaida, gegen den Teufel schlechthin also. Auch edel.

Um die malischen Bodenschätze geht es nicht, wie die Linken reflexhaft behaupten, sobald irgendwo ein neuer Krieg angefangen wird. Das beweist die FAZ in diesem Artikel: link. Zwar ist das ganze Land in Prospekte aufgeteilt, in denen die verschiedenen internationalen Konzerne nach Bodenschätzen suchen. Auch holt man jetzt schon jährlich um die 50 Tonnen Gold aus der malischen Erde. Uran soll es auch geben. Das wäre für Frankreich ein schönes zweites Standbein neben Niger, von wo man die saubere Energie bis jetzt in die französischen Atomkraftwerke holt. Eine Kleinigkeit ist da noch: Mali wickelt 25 % seines Aussenhandels mit China ab. Was haben denn diese Chinesen in französischen Schutzgebieten zu suchen?

Interessant sind die Verlautbarungen von deutscher Seite. Westerwelle sagt, eine deutsche Beteiligung an der Intervention komme nicht in Frage. Man könne allenfalls logistisch, mit medizinischem Personal und humanitär helfen. De Maiziere sagt, das könne man tun und ausserdem malisches Militär ausbilden. Niebel war kürzlich in Mali. Westerwelle war im November dort. Quattara, der derzeitige Vorsitzende der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten Ecowas und von Frankreich eingesetzte Präsident der Elfenbeinküste, ist morgen, Mittwoch, in Berlin. Frankreich bombt. Deutschland zieht an den diplomatischen Strippen. Das Problem ist nämlich: Was haben die Deutschen in französischen Schutzgebieten zu suchen?

Die FAZ schreibt von “Hollandes Alleingang” ( link ). – “Innerhalb weniger Stunden hat sich Hollande vom Zauderer in einen Kriegsherren verwandelt.” Nicht einmal mit den Volksvertretern habe er Rücksprache genommen. Lies: Nicht einmal Berlin hat er gefragt. Dafür kommt der von Frankreich eingesetzte Quattara – nach Berlin. Was will er da? “Deutsche Transall-Maschinen”, weiss die FAZ, für den Transport von Ecowas-Truppen nach Mali. Die sollten erst im Herbst in Mali stationiert werden, aber jetzt pressiert es. Die französische Intervention nämlich, so die FAZ, “erinnert mehr an klassische Einsätze der Kolonialmacht in ihrem afrikanischen Hinterhof als an das von Hollande beschworene Vorgehen “im strengen Rahmen der UN-Resolution”". Die höflich vorgetragenen Ermahnungen, Frankreich möge sich doch nicht aufführen wie immer, wenn es um den Claim seiner ehemaligen Kolonien geht, sondern, wie es die modernen Zeiten erfordern, die Wilden kollektiv-imperialistisch, d.h. unter deutscher Beteiligung, befrieden, lassen nur eine Entschuldigung zu: Frankreich habe vielleicht müssen, weil sich andernfalls das Problem der Rettung der malischen Regierung wegen deren Abhandenkommens von selbst erledigt hätte.

Aber beim französischen Alleingang bleiben darf es nicht. Das finden wohl auch die USA, die sich diskret im Hintergrund halten, die französischen Legionäre mit Luftaufklärung unterstützen und vorerst die Kanadier und Dänen dazu auserkoren haben, möglicherweise ein paar Truppen zu schicken. Hinter der USamerikanischen wie der deutschen “Zurückhaltung” steht unausgesprochen: Die Franzosen können es ja auf die Dauer eh nicht allein. Wenn es zu einem ernsthaften Krieg kommt, werden sie den Rest der Demokratie-Exporteure nicht von der postkolonialen, d. h. neokolonialen Betreuung der Region ausschliessen können, weil sie allein dafür schon zu schwach sind. Die “Kriegherren”-Herrlichkeit eines Hollande wird nicht anhalten. Angekrochen wird er kommen, weil er um Hilfe bitten muss. Er wird die Beute schon teilen müssen, wenn er sie haben will.

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Tod ist nicht gleich Tod und Mord nicht gleich Mord!

Monday, December 17th, 2012

Tod ist nicht gleich Tod und Mord nicht gleich Mord!

Auf „Zweierlei Advents-Massaker“ wurde auf der Seite von Barth-Engelbart verwiesen, zum Text habe ich, einen anderen Kommentar berücksichtigend, einen Kommentar hinterlassen. Zum Thema passend folgt dem Kommentar ein Gedicht von Hannelore Fleiss, welches ebenfalls praktizierte medial unterschiedliche Herangehensweise thematisiert:

Ja, das Volk zahlt für seine eigene Verblödung und die erwähnten Massaker haben trotz ihrer Unterschiedlichkeit, trotz ihrer unterschiedlichen Präsentation in den Medien, dieselben Ursachen, sie sind Produkt des kapitalistischen Systems und imperialer Politik! Zum einen spiegeln sie Folgen des Kriegs gegen fremde Völker und zum anderen die Folgen des Kriegs gegen das eigene Volk. Das im Falle Connecticuts mediale Tränen in Strömen fließen, selbst der US-Präsident eine Träne vergossen hat, verwundert wenig. Andere Tote Kinder finden hingegen nur beiläufige Beachtung, ist ihr Tod doch Folge eines Krieges, welcher gerade vom Westen jüngst gegen das syrische Volk geführt wird. Der Tod dieser Kinder ist maximal ein Kollateralschaden, genauso wie ein Vorgang, über welchem berichtet wurde und wo „Rebellen“ einen zehnjährigen motivieren einem syrischen Offizier den Kopf abzuhaken.   

Wichtig scheint in den Augen vieler nur, wer als Gut und wer als Böse mit der Hilfe der Medien klassifiziert wird. Im Kampf um westliche Demokratie und westliche Freiheiten ist jedes Mittel recht und billig! Wenn hingegen im eigenen Land Menschen sterben, durch einen Amoklauf zum Beispiel, wird nicht nach den Ursachen gefragt, der „Irrläufer“ kann benannt werden und Krokodilstränen über den Tod der eigenen Landeskinder werden vergossen! Erschreckend die Reaktionen vieler Menschen, obwohl selbst in den Meinungsmachemedien konkret eigentlich nur über Massaker und Exzesse der „Rebellen“ in Syrien berichtet wird, erhalten diese trotzdem noch ein positives Image.

Gedicht:

Obamas Tränen

 

Zu Herzen geht, was in der Welt geschieht:

ein Amoklauf im Staate USA.

Man überträgt uns das per Satellit -

wir sind ergriffen und den Opfern nah.

 

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Offener Brief: Sagen Sie „NEIN“ zur Kriegsbeteiligung gegen Syrien!

Thursday, December 6th, 2012

Offener Brief: Sagen Sie „NEIN“ zur Kriegsbeteiligung gegen Syrien!

In den letzten Tagen wird wieder die Kriegstrommel gegen Syrien intensiv gerührt, die USA vorneweg, die Nato hinterher und mit dabei die Bundesregierung. Die jüngsten Wahlen in den USA sind Geschichte und wahlkampfbedingte Zurückhaltung wird nun nach und nach aufgegeben. Die Vorwände, welche gegen Syrien vorgebracht werden sind nicht neu, dabei wird ein spekulativer Einsatz von chemischen Waffen gegen die „Aufständischen“ orakelt. Wenn dieser Fall eintreten sollte, dann …, nur solange möchte man nicht warten und so wird schon mal beschlossen Raketensysteme an der türkischen Grenze zu Syrien zu stationieren. Der Beschuss türkischen Gebiets mit Granaten aus Syrien reicht als Kriegsgrund nicht, da sich letztlich herausgestellt hat, dass sogenannte Rebellenkräfte dafür verantwortlich waren. Und obwohl Patriot-Abwehrsysteme nicht unbedingt dafür geeignet sind Granatbeschuss abzuwehren, hat die NATO deren Stationierung an der türkischen Grenze zu Syrien beschlossen. Ein entsprechender Beschluss des Bundeskabinetts folgte auf dem Fuße, nun muss noch der Bundestag entscheiden, was in der nächsten Woche geschehen soll.

Der Vorsitzende des Deutschen Freidenker-Verbandes, Klaus Hartmann, richtete heute per Email an alle Bundestagsabgeordneten den angehängten Offenen Brief “Sagen Sie ‘NEIN’ zur Kriegsbeteiligung gegen Syrien!”

 

Offener Brief: Sagen Sie „NEIN“ zur Kriegsbeteiligung gegen Syrien!

Sehr geehrte Dame,

sehr geehrter Herr,

am 12. Dezember 2012 sollen Sie über den Antrag der Bundesregierung zwecks „Entsendung bewaffneter deutscher Streitkräfte zur Verstärkung der integrierten Luftverteidigung der NATO (NATINADS) auf Ersuchen der Türkei auf Grundlage des Rechts auf kollektive Selbstverteidigung (Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen) sowie des Beschlusses des Nordatlantikrates vom XX. Dezember 2012 hierzu“ befinden. Obwohl Syrien nicht die Absicht hat, die Türkei anzugreifen, sich vielmehr bewaffneter Banden erwehren muss, die aus der Türkei eindringen, und für deren Bekämpfung Raketen ungeeignet sind, gibt der deutsche Außenminister die fadenscheinige Begründung, das Patriot-Raketen- Abwehrsysteme diene dem „Schutz der Türkei vor möglichen Raketenangriffen aus Syrien.” Offenkundig geriert sich das NATO-Mitglied Türkei als Schutzmacht der sogenannten „Freien Syrischen Armee“, der sie die Einschleusung samt Waffen über die türkische Grenze nach Syrien ermöglicht, und sie dabei logistisch und geheimdienstlich unterstützt. Die Berufung auf das Recht auf kollektive Selbstverteidigung ist unter diesen Umständen rechtsmissbräuchlich und ein Vorwand, die eigene Kriegsbeteiligung zu tarnen. Die Bereitstellung der gewünschten Waffensysteme bedeutet, dass Deutschland im unerklärten Krieg gegen Syrien von der bisherigen Beteiligung am ferngesteuerten Bandenkrieg zum eigenen aktiven militärischen Eingreifen als Kriegspartei übergeht. Die Waffenbrüderschaft mit der Türkei und den von diesem NATO-Mitglied unterstützten Terrorbanden kann nicht losgelöst von einer weiteren gesehen werden, zu der der Bundestag allerdings nicht gefragt wird: Die von der Bundesregierung beabsichtigte Waffenlieferung von mehreren Hundert Radpanzern vom Typ „Boxer“ und Kampfpanzern vom Typ „Leopard 2“ an Saudi-Arabien unterstützt unmittelbar den zweiten Paten der unter der Flagge der „Freien Syrischen Armee“ kämpfenden Terrorbanden. Mit diesen Handlungen läuft Deutschland Gefahr, weiter in einen Krieg verwickelt zu werden, der schon jetzt als ein Stellvertreterkrieg von Mächten der Region und darüber hinaus charakterisiert werden kann und die Gefahr von noch weit größeren bewaffneten Konflikten heraufbeschwört..

Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf unsere Petition Nr. 37867 vom 15. November 2012. Da sie nicht veröffentlicht wird, sondern lediglich den „zuständigen Ministerien zur Prüfung weitergeleitet“ wurde, möchten wir Sie über den Inhalt und den aus völkerrechtlicher Sicht dringen-den Handlungsbedarf in Kenntnis setzen.

 

Wortlaut der Petition

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Verantwortungsloses Verhalten der Bundesregierung im Syrien-Konflikt

Tuesday, November 20th, 2012

Petition an den Deutschen Bundestag:

Verantwortungsloses Verhalten der Bundesregierung im Syrien-Konflikt

Eine Petition an den Deutschen Bundestag unter der laufenden Nummer 37867, die sich gegen das verantwortungslose Verhalten der Bundesregierung im gegenwärtigen Syrienkonflikt richtet, kann demnächst online unterstützt werden, sobald sie auf dem „Petitionsforum“ des Deutschen Bundestags veröffentlicht wird. Sobald die Veröffentlichung erfolgt ist, werden die Initiatoren zur Online-Unterstützung aufrufen. Die aktuell zur Unterstützung eingereichten Petitionen finden sich unter folgender Webadresse:

https://epetitionen.bundestag.de/epet/petuebersicht/mz.$$$.SSI.true.batchsize.10.sort.nr_d.page.0.html#pagerbottom

 

I

Die Petition hat folgenden Wortlaut:

Wir erheben Beschwerde dagegen, dass der Bundesminister des Äußeren und andere Bundesbehörden sich unter Bruch des Völkerrechts und des Deutschen Grundgesetzes in die inneren Angelegenheiten der Arabischen Republik Syrien einmischen, insbesondere durch die Unterstützung interner wie externer Feinde der rechtmäßigen syrischen Regierung, einschließlich bewaffneter Gruppen.

Zum Sachverhalt weisen wir darauf hin,

dass ein Spionageschiff der Bundesmarine vor der syrischen Küste mit Hilfe akustischer und optischer Sensoren Informationen sammelt, die an die bewaffneten Gruppen weitergegeben werden;

dass Saudi-Arabien und Katar, die bewaffnete Gruppen nach Syrien entsenden, als regionale Militärmächte durch Lieferung deutscher Panzer gestärkt werden;

dass der Türkei, von der aus die bewaffneten Gruppen ungehindert nach Syrien einfallen, offiziell Anerkennung und Solidarität zugesichert wird;

dass die nach eigener Auskunft überwiegend aus dem Budget des Kanzleramts finanzierte Stiftung Wissenschaft und Politik Vertreter syrischer Oppositionsgruppen nach Berlin eingeladen hat, um über „die Zeit nach Assad“ zu beraten.

dass die Bundesregierung andere Regierungen zu wirtschaftlichen Sanktionen gegen Syrien drängt, um das syrische Volk in seiner Widerstandskraft gegen die Aggression zu schwächen und zur Revolte gegen die Regierung zu bewegen;

dass sich die deutsche Diplomatie offen weigert, gemeinsam mit den Sicherheitsratsmitgliedern Russland und China und anderen Ländern auf eine Lösung des inneren Konflikts durch beiderseitigen (!) Gewaltverzicht und politische Verständigung hinzuwirken.

 

Diese Handlungen von Bundesbehörden

stellen in ihrer Gesamtheit eine völkerrechtliche Aggression dar. Denn nach der Aggressionsdefinition der Resolution der UN-Generalversammlung vom 14. Dezember 1974 ist nicht nur „das Entsenden bewaffneter Banden, Gruppen, Freischärler oder Söldner durch einen Staat oder in seinem Namen“ als eine völkerrechtliche Aggression zu bewerten sondern auch eine „wesentliche Beteiligung“, wie sie sich aus dem gekennzeichneten Sachverhalt ergibt;

sie verstoßen daher gegen das Aggressionsverbot (Art. 2 Abs. 4 UN-Charta) und gegen die Pflicht zu friedlicher Konfliktlösung (Art. 2 Abs. 3 UN-Charta). Sie zeugen von offener Missachtung des Prinzips der souveränen Gleichheit der Staaten (Art. 2 Abs. 1 UN-Charta) und des Verbots der Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates (Art. 2 Abs. 7 UN-Charta).

sie unterminieren somit völkerrechtliche Grundnormen, die nach Art. 25 GG zu den „allgemeinen Regeln des Völkerrechts“ gehören und „Bestandteil des Bundesrechtes“ sind. Das heißt: „Sie gehen den Gesetzen vor und erzeugen Rechte und Pflichten unmittelbar für die Bewohner des Bundesgebietes“;

sie missachten schließlich auch das fundamentale Bedürfnis des deutschen Volkes, in Frieden und Sicherheit zu leben, das darin zum Ausdruck kommt, dass Artikel 26, Abs. 1 GG bestimmt: “Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.”

Die Petition ist eine Initiative des Deutschen Freidenker-Verbands und des Frankfurter Solidaritätskomitees für Syrien. Sie wurde am 15. November 2012 von Sebastian Bahlo eingereicht. Er ist Referent des Vorstands des Deutschen Freidenker-Verbands für internationale Fragen und Solidarität. Bahlo ist außerdem neben Salim Tas, dem Vorsitzenden der Alawitischen Jugend in Deutschland, einer der beiden Sprecher des Frankfurter Solidaritätskomitees für Syrien. Das Solidaritätskomitee organisierte am 1. September 2012 in Frankfurt am Main eine große Demonstration gegen die aggressive äußere Einmischung in Syrien. Es beteiligten sich bis zu 3000 Menschen unterschiedlichster politischer, weltanschaulicher oder religiöser Überzeugungen.

 

II

Zum Charakter des Krieges in Syrien ist von besonderem Interesse, was der syrische Präsident Bashar Al-Assad am 9. November 2012 in einem Interview mit dem russischen Auslandsfernsehen „Russia Today“ erklärt hat. (Voller Wortlaut auf Deutsch siehe:

http://cooptv.wordpress.com/2012/11/12/baschar-al-assad-leben-und-sterben-in-syrien/ )

Es handele sich, so Assad, um „eine neue Art von Krieg, Terrorismus durch Stellvertreter, entweder Syrer die in Syrien leben oder ausländische Kämpfer, die aus dem Ausland kommen“. Das Problem sei, dass die Terroristen aus den Städten heraus kämpfen, wo Zivilisten anwesend sind. Die syrischen Sicherheitskräfte müssten sich bewusst sein, dass sie Schäden an der Infrastruktur und an der Zivilbevölkerung vermeiden müssen. Aber sie müssten kämpfen, sie könnten nicht zulassen, dass die Terroristen töten und zerstören. Das sei die Schwierigkeit bei dieser Art von Krieg. Und Assad konstatiert weiter: „Zweitens ist die Unterstützung, die den Terroristen in jeder Hinsicht, einschließlich Waffen, Geld und politischer Art geboten wurde, beispiellos.“ Es werde daher „ein harter Krieg und ein schwieriger Krieg“ werden. Es lasse sich nicht abschätzen, wann der Krieg beendet sein wird, solange unklar ist, „wann der Schmuggel von ausländischen Kämpfern aus verschiedenen Teilen der Welt aufhört, vor allem aus dem nahen Osten und der islamischen Welt“. Ohne diese Unterstützung der Terroristen vom Ausland her könnte Syrien „innerhalb von Wochen alles beenden“. Aber solange die kontinuierliche Versorgung der Terroristen mit Waffen, Logistik und anderem anhält, werde es ein langfristiger Krieg. Dieser nüchternen Beschreibung der Lage ist nur hinzuzufügen, dass schon jetzt völlig klar ist:

1. Fällt das gegenwärtige Regierungssystem, blüht der syrischen Nation eben genau jener „arabische Frühling“, der gegen die Interessen der Völker von den imperialistischen Mächten in Szene gesetzt worden ist: Das Land würde wie Libyen und vorher Irak und Afghanistan wehrlos dem geostrategischen Verteilungskampf der imperialistischen Mächte ausgeliefert werden. Mit Syrien fiele in der Region das letzte Bollwerk des Säkularismus, der Stabilität und des Zusammenlebens. Schon jetzt sind Christen, Alawiten, Tscherkessen, Schiiten, moderate Sunniten und andere durch terroristische Trupps von Salafisten, Moslembrüdern und Al-Qaeda an Leib und Leben bedroht. Von der zu erwartenden Destabilisierung der Region insgesamt ganz zu schweigen.

2. Hält Syrien dagegen unter der Führung Assads dem Anschlag stand, bedeutet das erstmals einen erheblichen Rückschlag für die westliche Strategie der dauernden Kriege, gewaltsamen Regierungswechsel und neokolonialen Besatzungsregimes.

Nachdem vor über zwei Jahrzehnten der Untergang der sozialistischen Staaten Europas die Voraussetzungen für eine nahezu ungebremste imperialistische Expansion schuf, deutet sich nunmehr im Syrien-Krieg an, dass dieser Konflikt als Katalysator der Herausbildung eines neuen multilateralen, multipolaren Gleichgewichts des internationalen Staatensystems wirken könnte. Das zeigt sich am deutlichsten an der selbstbewussteren Haltung Russlands und Chinas sowie anderer Staaten.

Verantwortungsbewusste Politiker vieler Länder erkennen, dass dem maßlosen Vormachtstreben der Länder des Atlantikblocks Schranken gesetzt werden müssen und können.

Die Petition versucht bewusst zu machen, was im Syrien-Konflikt sowohl für das geschundene Land und die ganze Region als auch auf weltpolitischer Ebene auf dem Spiele steht.

 

III

Abschließend eine Bemerkung zu jenen in der Linken und in der Friedensbewegung, die mit oppositionellen Gruppierungen in Syrien sympathisieren und meinen, durch Parteinahme gegen die Regierung Syriens etwas Positives bewirken zu können.

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„Stoppt den Krieg – Hände weg von Syrien“

Tuesday, August 28th, 2012

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Am ersten September ist Antikriegstag, wobei mir die alte und zu DDR-Zeiten gebräuchliche Bezeichnung Weltfriedenstag besser gefällt. Letztlich geht es an diesem Tag, aber nicht nur an diesen, sich für Frieden in der Welt einzusetzen und den Kriegsgelüsten der verschiedensten imperialistischen Kräfte entgegenzutreten. Das ist wichtiger den je, in einer Zeit, in welcher die Kriegstrommel immer heftiger geschlagen wird. Besonders heftig wird diese gegenwärtig für den Krieg in und gegen Syrien geschlagen, das es ist diesem Zusammenhang der Aufklärung über diesen Krieg bedarf, ist nicht nur der gegen das Land in Stellung gebrachten Medienmacht geschuldet. Und so wird unter dem Motto: „Stoppt den Krieg – Hände weg von Syrien“ am Samstag zu einer Demonstration in Frankfurt am Mein aufgerufen.

Näheres ist folgendem Text zu entnehmen, welchen ich hier entnommen habe:

 

Das „Frankfurter Solidaritätskomitee für Syrien” ruft zu einer Demonstration unter dem Motto „Stoppt den Krieg – Hände weg von Syrien” am Samstag, dem 1. September 2012, dem diesjährigen Antikriegstag, in Frankfurt am Main auf.

Zweck der Demonstration ist es, ein Ende der aggressiven völkerrechtswidrigen Einmischung der USA und anderer NATO-Mitgliedsstaaten sowie arabischer Monarchien in Syrien zu fordern und der in westlichen Ländern weit verbreiteten falschen Auffassung entgegenzutreten, dass es sich bei dem Krieg in Syrien um einen Bürgerkrieg oder einen „Volksaufstand” gegen den Präsidenten Baschar al-Assad handele. Die Demonstranten wollen der Öffentlichkeit die Wahrheit zu Gehör bringen, dass durch die Einschleusung ausländischer Terrorbanden nach Syrien, die von antisyrischen Medien verharmlosend wie unzutreffend als Kämpfer der inneren Opposition bezeichnet werden, Staat und Gesellschaft destabilisiert und religiöse Zwietracht gesät wer den soll, dass jedoch der größte Teil des syrischen Volkes zur Abwehr dieser Aggression und zur Verteidigung eines modernen, säkularen Staates auf der Seite der offiziellen Staats- und Sicherheitsorgane steht.

Breites Teilnehmerspektrum erwartet

Die Veranstalter erwarten, dass mehrere tausend Deutsche und in Deutschland lebende Ausländer, darunter zahlreiche Menschen syrischer und türkischer Herkunft, über religiöse, politische und weltanschauliche Differenzen hinweg dem Demonstrationsaufruf folgen werden.

Termin und Demonstrationsroute

Die Demonstration beginnt am 1. September 2012 um 13.00 Uhr mit einer Auftaktkundgebung an der Alten Oper. Um 14.00h wird sich der Demonstrationszug in Bewegung setzen und eine kurze Zwischenkundgebung an der Hauptwache halten, von wo es um 15.00 Uhr voraussichtlich über die Liebfrauenstraße und Neue Kräme zum Römerberg geht, wo eine Abschlusskundgebung stattfinden wird. Die Veranstaltung endet um 17.00 Uhr.

Redner und musikalische Begleitung

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Mediale Einstimmung auf die „Notwendigkeit“ weiterer Kriege!

Wednesday, August 22nd, 2012

Mediale Einstimmung auf die „Notwendigkeit“ weiterer Kriege!

Mit einen Beitrag im Tagesspiegel setzt sich Sepp Aigner auf seiner Seite auseinander, im Beitrag geht es um die Einstimmung des Volkes auf weitere Kriege. Das dazu Anleihen in der Vergangenheit aufgenommen werden, entspricht dem Gegenstand und so wird sogar auf die Aussage von Bismarck: „nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden – das ist der große Fehler von 1848 und 1849 gewesen – sondern durch Eisen und Blut,“ zurückgegriffen! Ab mit der Diplomatie auf den Schrotthaufen der Geschichte, aufrüsten und losmarschieren, die Welt will erobert werden, so die Intention des Textes. Leider ist dieser Beitrag keine Ausnahme, sondern fast schon die Regel und so habe ich folgenden Kommentar zum Text hinterlassen:

 

Hallo Sepp,

eine Konfrontation welche an Schärfe zunimmt, die Kriegstrommel wird kräftig gerührt, das ist nicht nur in den Meinungsmachemedien zu sehen, sondern auch im Internet, besonders in den sogenannten sozialen Netzwerken. In diesem Zusammenhang macht es Sinn über unsere eigene Stellung zu Kriegen nachzudenken, genauso wie über Pazifismus. Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, soweit wird Clausewitz gern bemüht, allein bleibt offen was Politik ist und durch welche Interessen sie bestimmt wird. Der Artikel ist eigentlich nicht Antideutsch, eher Deutschnational, wobei er von der Angst lebt, wiedereinmal bei der Aufteilung der Welt zu spät zu kommen. Dabei ist es dem deutschen Kapital in den letzten Jahrzehnten gut gelungen seine Interessen auch ohne eigene Kriege durchzusetzen und eine führende Position in der Welt einzunehmen. Sicher werden mittels Krieg Profite maximiert, nur müssen aus diesem Grund unbedingt selbst Kriege geführt werden, wenn trotzdem an jedem Krieg fleißig mitverdient werden kann? Die deutschen Rüstungsexporte sprechen für sich! Und so verlockend für das deutsche Kapital auch Kriege sein mögen, der Krieg bleibt die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, zur Erreichung von Zielen. Was wenn diese Ziele auch ohne eigene Kriege erreicht werden können? ‘Lasset die anderen sich verheizen, ihre Ressourcen erschöpfen, die deutsche Industrie liefert was gebraucht wird und die deutschen Banken stellen die notwendigen Kredite zur Verfügung!’

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Warum keine Flugverbotzone über Südafrika?

Friday, August 17th, 2012

Warum keine Flugverbotzone über Südafrika?

Immerhin eskaliert dort die Gewallt und wie diesem Beitrag zu entnehmen ist, hat die Polizei über 30 Bergleute erschossen. „Weil sie sich bedroht fühlten, eröffneten die Polizisten das Feuer auf die mit Macheten und Stöcken bewaffnete Kumpel,“ und die Verhandlungen waren gescheiter, ist zu erfahren und so wurde beschlossen den Streik gewaltsam aufzulösen! Immerhin hat das Unternehmen Produktionsziele, welche es zu erreichen gilt. Das in diesem Zusammenhang die Forderung der Bergleute erwähnt wird, steht außer Frage, genauso wie die Relativierung dieser, in dem eine Prozentzahl genannt wird, aber der Ausgangspunkt verschwiegen. So hören sich 200% mehr Lohn sicher viel an, nur was verdienen die Bergleute gegenwärtig? Letzteres Wissen wäre schon entscheidend um diese Forderung richtig einordnen zu können. Da es verwehrt wird, kann davon ausgegangen werden, das die Einkommen der Bergleute so niedrig sind, dass sie sich und ihre Familien davon nicht entsprechend ernähren können. Um dann noch das „Böse“ beim nahmen zu nennen, wird radikalisiert und so ist zu lesen: „die radikale Gewerkschaft AMCU beschuldigte die Sicherheitskräfte eines Massakers,“ damit werden die Sicherheitskräfte in ein besseres Licht gerückt und die Forderungen der Gewerkschaft verurteilt, die Schuldfrage geklärt!

Ganz anders im Falle eines anderen Krisenherdes, in Syrien sind die Sicherheitskräfte die „Bösen“ und die Rebellen genannten Aggressoren die „Guten“, selbst wenn sie „Postarbeiter vom Gebäude schmeißen“ wie in einem Video auf dieser Seite zu sehen ist.

Dabei haben beide Ereignisse eine Gemeinsamkeit, sie werden im Interesse westlichen Kapitals ausgeführt. Im ersten Fall, am Ende des Beitrages gut ersichtlich, denn „die Unruhen haben den Minenbetreiber Lonmin gezwungen, die Produktion im ganzen Land einzustellen. Das in London und Johannesburg gelistete Unternehmen teilte mit, es werde seine Produktionsziele für das Gesamtjahr verfehlen,“ und somit auf erhebliche Gewinne verzichten müssen. In Syrien geht es hingegen darum, die Macht westlicher Monopole auszuweiten, die Vormachtstellung des Westens im Nahen Osten auszubauen und die Voraussetzungen für weitere Kriege in dieser Region, auf den Weg in den Fernen Osten, zu schaffen.

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Kriegsvorbereitungen Israels, nicht nur medial!

Thursday, August 16th, 2012

Wenn dieser Artikel gelesen wird, so drängt sich einen der Gedanke auf und das trotz der Überschrift, das hier das Opfer des geplanten Krieges beschrieben wird. Da wird berichtet von Kriegsvorbereitungen und die Ängste in der Bevölkerung, ja gar vom Leid Israels als Kriegs geplagte Nation, die Verantwortung Israels für Kriege dabei geflissentlich ausgeblendet. Passend dazu wird die Illusion vermittelt, entsprechend faschistischer Blitzkriegsstrategie, das ein Krieg schnell zu führen und genauso schnell zu beenden wäre. Auf 30 Tage Krieg wird sich vorbereitet und das gegen den Iran, welchen es zu bezwingen gilt. Gasmasken werden verteilt, Luftschutzbunker überholt und renoviert und da das Geld nicht für alles reicht, ist Eigeninitiative gefragt.

So wird ein Land auf einen weiteren Krieg vorbereitet, den Bürgern eingeredet das dieser Krieg unvermeidlich ist und der Angriff auf ein fremdes Volk nicht zu umgehen. Den Menschen hierzulande solle mit solchen Kriegs-befürwortenden Beiträgen das vorgeblich Unausweichliche vermittelt werden und die Opferrolle Israels verdeutlicht. Gerade letzteres ist notwendig um uneingeschränkte Unterstützung für die Kriegspolitik Israels zu begründen, damit materielle Unterstützung nach wie vor geleistet werden kann und der Staat Israel weiter hochgerüstet.

Das israelische Volk, welches Kriege mehr als andere Völker gewohnt ist, wurde von der eigenen Regierung in einen Angstzustand versetzt und dem Beitrag zu entnehmen, scheint es sich in sein Schicksal zu fügen, Widerstand wird ausgeblendet, die Volksgemeinschaft funktioniert!

Aber muss dieser Krieg sein? Eigentlich nicht, denn Israel wird nicht überfallen, sondern die israelische Regierung bereitet einen Krieg vor! Hier gilt es nicht Bunker zu renovieren und Gasmasken zu verteilen, sondern den Kriegstreibern Knüppel in die Beine zu werfen und den geplanten Krieg zu verhindern! Solche Aktivitäten gibt es durchaus und ich erinnere mich daran in den letzten Tagen von einen Aufruf israelischer Friedensbewegter an israelische Piloten gelesen zu haben, in welchen letztere aufgefordert werden entsprechende Befehle zu verweigern.

Und was will die WELT, selbst wenn sie Online daherkommt, mehr, als ein sich in sein Schicksal fügendes Volk, wie dargestellt! Dafür bietet der Beitrag etliche Beispiel. Aber auch des Menschen Schicksal ist gesetzmäßig, entspringt es doch des Menschen Tat!

Es geht um mehr als nur um die Vorhaut von Knaben!

Sunday, July 22nd, 2012

In der Mailingliste der Freidenker gibt es einen Meinungsaustausch über das Kölner Urteil zur rituellen Beschneidung von Knaben und dessen Folgen. Genaugenommen ein komplexes Thema, da es in seiner Bedeutung weit über den eigentlichen Gegenstand hinausgeht, was übrigens die Reaktionen aus Regierungskreisen und dem Bundestag belegen. Folgende Gedanken zum Thema meinerseits:

Ein hartnäckiges Thema, das Thema der Beschneidung kleiner Knaben aus religiösen Gründen und sicher handelt es sich dabei wie behauptet um ein nebensächliches Thema, wie viele andere Themen auch, mit denen die Menschen Tag für Tag zugemüllt werden. Oberflächlich zumindest, denn was ist schon die Vorhaut eines Knaben, gegen den Tod von Menschen im Krieg? Und trotzdem wird dieses Thema zur Chefsache erklärt, befasst sich gar der Bundestag damit und zelebriert ansonsten nur für Kriege typische Geschlossenheit! Sicher hat auch diese Geschlossenheit eine Lücke, nur bin ich mir nicht ganz sicher ob die „außenstehende“ Partei dieses eigen motiviert, der Sache wegen, oder fremd motiviert, zur Aufrechterhaltung ansonsten üblicher parlamentarischer Rituale tut. Ganz ohne Opposition lässt sich das politisch demokratische Spiel auf Dauer auch nicht verkaufen.

Nein, so nebensächlich ist dieser Schauplatz nicht, besonders wenn die Rolle religiösen Seins in unserer Gesellschaft betrachtet wird und mit religiösem Sein meine ich nicht nur die oft und über ihre gesellschaftliche Bedeutung hierzulande hinaus, bemühten Religionsgemeinschaften. Die meisten Menschen laufen nicht mehr in die alten Tempel, sondern in die neuen Tempel, mit ihren neuen Götzen! Das dabei alte Glaubensrichtungen noch ihren Dienst zu tun haben, steht außer Frage, besonders auch wenn es um die Begründung so machen Krieges geht. Letztlich wissen wir, das die gesellschaftlichen Verhältnisse den Unterschied machen, viele Menschen hingegen lassen sich immer noch einreden, das Religionen und Glaube dafür verantwortlich sind. Im Zusammenhang mit dem Urteil sei auch daran erinnert, dass es um einen muslimischen Knaben gegangen ist, in der Diskussion aber dieses Ritual in erster Linie mit Juden in Verbindung gebracht wird. Zufall, oder politisch gewollt? Welche Keule wird da wohl im Hintergrund geschwungen und warum?

Dieses Urteil stellt ungewollt ein ganzes System von Riten und Mythen in Frage und wo kommen wir den hin, wenn am Glauben der Menschen gerüttelt wird, wenn sich Riten und deren unzeitgemäße Fortführung als das erweisen was sie sind, ein Mittel zur Machterhaltung, in dem Menschen sich diesen beugen müssen? Beschneidung ist nun ein Ritual was für die wenigsten Menschen hierzulande aus religiösen Gründen von Bedeutung ist, nur wie sieht es mit anderen Ritualen aus, welche gern praktiziert werden? Dabei geht es nicht nur um klassisch religiöse, sondern vor allen auch um moderne Rituale! Zum Beispiel dem Ritus welcher im allgemeinen als Parlamentarismus bezeichnet wird? Oder auch der Glaube an die alles-selig-machende bürgerliche Demokratie? Vom Guten und vom Bösen, welche sich in der Welt einen ewigen Kampf liefert, wobei die Guten „unvermeidlicherweise“ immer die uns beherrschenden Kräfte mit ihren politischen Strukturen, zu welchen auch Kirchen gehören, sind.


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